Autoren gesucht!
Alles rund um Herrenmode

Die Geschichte der Herrenmode

Die Geschichte der Herrenmode ist lang und interessant. Hier eine kleine Zusammenfassung einiger Entwicklungen von den zwanziger bis in die neunziger Jahre. Schön zu sehen, wieviele Kleidungsstücke doch richtige Klassiker sind (und es wohl auch noch lange bleiben werden) und wie sich vieles auch immer wieder wiederholt (s. schmale Krawatte, Handtaschen etc.)

Herrenmode in den zwanziger Jahren

Sehr sachlich und seriös - das war die Alltagsbekleidung der Herren in den zwanziger Jahren. Farblich war man ebenso zurückhaltend wie bei den Mustern (Standard: Karos und Streifen). Im Bereich der Oberbekleidung tat sich allerdings einiges: Der Schnitt des Sakkos veränderte sich langsam weg von einer versteiften Front hin zur betonten Schulterpartie und einem leicht taillierten Sitz. Die Hosen wurden etwas weiter und waren gerade geschnitten. Modern wurde der Trenchcoat (der ehemalige „Schützengrabenmantel“). Noch formeller war die festliche Bekleidung: Frack und Smoking wurden zusätzlich ergänzt vom „Stresemann“ - dunkles Sakko plus gestreifte Hose.

Herrenmode in den dreißiger und vierziger Jahren

Farblich blieb es weiterhin schlicht und dezent. Als Standardanzug wurde der Zweireiher getragen - gerade auch bei besonderen Anlässen am Tag. Die Weste verlor damit an Bedeutung. Sportliche Kombinationen bestanden aus einer Knickerbocker mit einer Norfolk-Jacke oder einem Blazer plus Gürtelhose. In der Nachkriegszeit kam erstmals der sportive Dufflecoat auf. Filzhüte und Baskenmützen waren typische Kopfbedeckungen für Herren in diesen Jahren.

Herrenmode in den fünfziger Jahren

Zum Anzug wurde Einstecktuch und eine schmale Krawatte getragen. Ansonsten blieb es bei den Herren weiterhin recht konventionell und unbunt. Durch die positive wirtschaftliche Entwicklung zeigte man durch seine Bekleidung wieder seinen gesellschaftlichen Rang.

Herrenmode in den sechziger und siebziger Jahren

Jetzt wird’s bunt! Neben bunten Hemden kam in den 60gern auch der Rollkragen in Mode. Die Krawatten waren breit und ebenfalls bunt gemustert. Der Schnitt des Sakkos war sehr tailliert, es wurde mit schmalen Hosen kombiniert Bei den Jugendlichen wurden Jeans und Shirts zur Alltagsmode - das hat sich bis heute nicht geändert. In den siebziger Jahren wurde mit der Discomode (und natürlich auch der Musik) die heute allseits bekannte Schlaghose berühmt, ebenso waren Herrenhandtaschen und Tücher angesagt. Nicht zu vergessen natürlich die Schuhmode: Absatz musste sein!

Herrenmode in den achtziger Jahren

Bunt und crazy blieb es natürlich auch in den Achtzigern. Typisches Beispiel im Bereich Mode für Männer  waren die Herren aus Miami Vice mit ihrem hellen Anzügen und den pastellfarbenen Shirts. Was es sonst noch (teilweise verwunderliches, grins - aber: ich gebs zu, ich war auch vorne mit dabei…) gab: Schweißbänder, Dauerwellen, Leggins, Sweatshirts, Polos (mit hochgestelltem Kragen) und vieles mehr. Generell spielen Accessoires eine große Rolle in diesem Jahrzehnt.

Herrenmode in den neunziger Jahren

Schnelllebig und vielfältig, so sahen die 90ger vor allem aus. Die verschiedenen Musiktrends brachten die unterschiedlichsten modischen Einflüsse mit sich. Die Herrenmode entwickelte sich vor allem im Casualbereich weiter. Der Anzug war nicht mehr ganz so klassisch, sondern “broken”, d.h. zwar farblich miteinander abgestimmt, aber unterschiedliche Muster. Tiefsitzende Baggyhosen, Baseballcaps, Piercings, Grungelook, auch wieder Schlaghosen - das brachte dieses Jahrzehnt modisch so mit sich. Mal schauen, wann diese damaligen Trends wieder (sicher in modifizierter Form) auffindbar sein werden in der zukünftigen Herrenmode.
Autor: Ute

Stichworte:

, , , , ,
« Nicone fashion
Kaschmir »

2 Kommentare

  1. Lars sagte am 24. November 2009 um 00:33

    Ja, Stresemann und Trenchcoat… damals wusste man(n) sich noch zu kleiden. Immer hin hat der Trenchcoat überlebt. Eigentlich etwas seltsam, dass wir ihn den ersten Weltkrieg zu verdanken haben. Ein Bitte an Dich Ute: Wie wäre es mit einem Literaturhinweis für den wissbegierigen Leser? Vielen Dank.

  2. Ute Böttcher-Rohde sagte am 26. November 2009 um 16:32

    Hallo Lars - lieben Dank für Deine Kommentare… Literatur zu dem Thema war u.a. der gute alte “Gentleman” von Bernhard Roetzel, außerdem “Fachwissen Bekleidung” und “Mann zieht sich an”. Mir gefällt der Stil von damals einfach super … und damit meine ich ebenfalls nicht gerade die achtziger … :)